FARE Action week 2009 in der Schweiz – Schlussbericht
Zum ersten Mal hat das neu gegründete “FARE Netzwerk Schweiz” eine FARE Action week organisiert. Während in den Vorjahren lediglich der Berner Verein „Gemeinsam gegen Rassismus“ regelmässig an der FARE Action week teilgenommen hat, lautete das Ziel für 2009, dass sich mehr Initiativen beteiligen und dass die Swiss Football League teilnimmt. Dieses Ziel wurde erreicht und die FARE Action week 2009 konnte in der Schweiz mit folgenden Initiativen stattfinden:
1. “bunt kickt gut” – Schweizer Cup in Brig (17. / 18. Oktober 2009)
„Bunt kickt gut“ ist eine offene, interkulturelle Stassenliga, die Sport als Mittel der Integration von jugendlichen MigrantInnen nutzt. Viele MigrantInnen in der Schweiz haben nur schwer Zugang zu Sportvereinen (aus Kostengründen, wegen langer Wartelisten, wegen dem Ausschluss aufgrund ihres Migrationsstatus, u.a.). “Bunt kickt gut” gibt den Jugendlichen (speziell migrantischen Jugendlichen) die Möglichkeit, kostenlos Fussball zu spielen und selber über das eigene Engagement zu bestimmen. Sie lernen dabei viel über Vereinsstrukturen, Engagement für die Gemeinschaft und Fairplay. Jährlich organisiert “Bunt kickt gut” einen Schweizer Cup, der 2009 im Zeichen der FARE Action week stand. HelferInnen trugen FARE-T-Shirts, FARE-Plakate und –Informationsmaterial lag auf, das FARE-Logo erschien auf der Website und das FARE Netzwerk Schweiz hat die Fairplay-Preise organisiert. 23 Teams (mit je 5 – 7 SpielerInnen) nahmen an dem zweitägigen Turnier teil.
2. Podiumsdiskussion von Acroghana in Biel (24. Oktober 2009)
Acroghana ist eine international Organisation mit Sitz in Biel, die den interkulturellen Austausch zwischen der Schweiz und Ghana fördern und junge Ghanaer mit verschiedenen Projekten unterstützen – unter anderem mit Fussball-Projekten. Acroghana hat eine Podiumsdiskussion zum Thema „Möglichkeiten der Integration von Minderheiten durch Fussball und Eishockey“ organisiert. Rund 20 Personen nahmen an dieser Diskussionsveranstaltung teil, darunter auch Vertreter der Universität Neuenburg, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.
An der Diskussionsveranstaltung wurden die nächsten Schritte geplant. Eine Kerngruppe wurde gebildet, die mit der Integrationsverantwortlichen der Stadt Biel in Kontakt treten wird und weitere Aktionen bis zur FARE Action week 2010 planen wird.
3. “HalbZeit” in Bern (1. November 2009)
„HalbZeit“ ist eine Berner Fan-Initiative, die seit seit 1996 gegen Rassismus und Diskriminierung in der Fan-Szene der Berner Young Boys einsetzt. In den letzten 6 Jahren nahm die Initiative auch regelmässig an der FARE Action week teil. Durch ihre vorbildliche Arbeit konnten sie den Club bewegen, ebenfalls an der FARE Action week teilzunehmen. 2008 spielte das Team des BSC Young Boys mit der Aufschrift “Gegen Gewalt und Rassismus” auf den Dresses. Der Hauptsponsor hat dazu auf seinen Auftritt verzichtet. Die Spieler trugen beim Betreten des Stadions ein Transparent mit einer antirassistischen Botschaft. Diese Aktion wurde 2009 wiederholt. Die Initiative „HalbZeit“ hat zudem Postkarten mit Statements der Spieler produziert und eine grosse Choreografie gemacht mit dem Slogan „Bern ist Antirassistisch”. Dadurch inspiriert wurde auch die ultra-nahe Gruppe „Urban Squad” aktiv und zeigte Banner mit dem Slogan “liebst du Fussball – hasst du Rassismus” (in drei Sprachen: Berndeutsch, Italienisch und Englisch). Zudem hat der Club Fan-Statements über Rassismus gesammelt und sie im Stadion-TV gezeigt. All diese Aktionen fanden einen breiten, medialen Zuspruch (Lokal-Fernsehen, Stadion-TV, Fan-Radio, Zeitungen). Das zeigt, wie fruchtbar eine konstante Arbeit am Thema auf die Dauer sein kann.
4. Swiss Football League an verschiedenen Orten (30. Oktober und 1. November 2009)
Zum ersten Mal hat sich die Swiss Football League in einem grösseren Rahmen an der FARE Action week beteiligt. Sie haben alle Clubs dazu aufgerufen, dem Beispiel der Young Boys zu folgen (siehe oben) und mit dem Slogan “Gegen Gewalt und Rassismus” auf dem Dress zu spielen. Zwei weitere Clubs folgten diesem Aufruf: der FC St. Gallen und der FC Lausanne Sports. Andere Clubs zeigten sich sehr interessiert an dieser Aktion, konnten aber aus verschiedenen Gründen nicht mitmachen. Das lässt aber für die Zukunft hoffen, dass mehr Clubs ein Zeichen setzen werden. In den Medien wurde die St. Galler Aktion gut aufgenommen mit verschiedenen Zeitungsartikeln und einem Interview am Stadion-TV.